Planung der Baurevision: Effizienz und Präzision im Fokus
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In der Planungsphase eines Bauprojekts ist es von entscheidender Bedeutung, ein umfassendes Konzept zu entwickeln, das alle relevanten Faktoren berücksichtigt.
Eine detaillierte Planung minimiert das Risiko von Fehlern und Problemen während der Bauphase und sorgt dafür, dass das Projekt innerhalb des vorgesehenen Budgets und Zeitrahmens abgeschlossen werden kann. Um eine effektive Planung zu gewährleisten, sollten alle Beteiligten frühzeitig in den Prozess einbezogen werden und eng zusammenarbeiten.
Baurevisionsplanung für erfolgreiche Projekte
Einführung in die Bauplanung: Effektive Methoden und Techniken

Stadtplanung und Hochhausbau
Bauingenieure prüfen Pläne für Hochhausprojekte, symbolisiert urbanes Wachstum und moderne Architektur.
Die Baurevision wird von den Abteilungen, die einer Überprüfung unterzogen werden, häufig nicht als hilfreiches Instrument zur Verbesserung der eigenen Arbeit wahrgenommen. Die Revision muss sich vielmehr darauf einstellen, dass ihre Arbeit als störend, lästig oder gar kontraproduktiv wahrgenommen wird.
Daher ist damit zu rechnen, dass Informationen und Unterlagen nicht unverzüglich, vollständig und selbsterklärend sind. In der Vorbereitung der Baurevision ist diese Situation bereits zu berücksichtigen.
Durch eine funktionierende Revisionsplanung wird sichergestellt, dass die Ressourcen der Baurevision effizient und effektiv genau dort eingesetzt werden, wo das Unternehmen einerseits großen Risiken bei der Projektabwicklung ausgesetzt ist, aber andererseits auch große Chancen besitzen kann.Die Erfahrung hat gezeigt, dass Baurevisionen wenig Nutzen bieten, wenn sie nicht sorgfältig vorbereitet sind. So wird häufig festgestellt, dass Projekte in Bereichen geprüft werden, welche keinen oder wenig Anlass für dolose Handlungen zeigen oder auch zu klein oder zu wenig komplex sind.
So ist es wenig sinnvoll, die Prozesse für das Änderungsmanagement zu überprüfen, wenn es sich bei dem Prüfprojekt z. B. um den Austausch von Fußbodenbelag in einem kleinen Verwaltungsgebäude handelt, diese Leistung zudem die einzige Bauleistung ist, kein Zeitdruck vorhanden ist, keine Planungsänderungen zu erwarten sind und die Bauleistung erschöpfend beschrieben ist.
Herausforderungen der Überprüfungen
Aspekt | Versteckte Informationen | Versteckte Handlungen | Versteckte Eigenschaften |
---|---|---|---|
Ursache | Informationsungleichgewicht, nicht beobachtbarer Informationsstand, | Nicht beobachtbare Aktivitäten, nicht erkennbare Absprachen im Hintergrund, unzureichende Kooperationsbereitschaft | Im Voraus nicht bekannte Verhaltens- und Arbeitsweisen, sowie Leistungs- und Urteilsvermögen |
Wirkung | Ergebnisse basieren auf unvollständiger Datengrundlage, führen zu falschen Schlüssen | Dokumentationslücken werden nachträglich geschlossen, Defizite verschleiert, Bewertung der Ergebnisse erschwert | Durchführung des Audits erschwert, Bewertung vermeintlicher Defizite fehleranfällig |
Lösung | Aufklärung über die eigene Arbeit geben, Arbeitsschritte kommunizieren, Anreiz- und Kontrollsysteme installieren | Intensive Beobachtung des zu Prüfenden, Anreiz- und Kontrollsysteme installieren | Intensive Beobachtung des zu Prüfenden, Durchführung von Cross-Checks in den Befragungen |
Für ein solches Projekt wäre hingegen die Überprüfung der Vergabe der Bauleistung aufgrund der geringen Projektgröße interessanter, da sämtliche Leistungen sehr wahrscheinlich im Unterschwellenbereich vergeben wurden. Damit greifen die erhöhten Ansprüche an eine öffentliche Ausschreibung und Vergabe oberhalb der Schwellenwerte nicht, was wiederum Raum für dolose Handlungen schafft.
Andererseits wird beobachtet, dass für sehr komplexe und große Projekte, deren Auftragssumme oberhalb der Schwellenwerte liegt, die Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen bei Einzelvergaben überprüft werden, obwohl eine Überprüfung der Leistungen des Planers während der Leistungsphase 8 (Bauausführung) relevanter ist, da die Überwachung und Führung eines Bauvorhabens mit vielen Einzelgewerken eine strukturierte und systematische Arbeitsweise erfordert.
Diese Leistungen des Planers sind wiederum durch keine Gesetzgebung oder Norm eindeutig geregelt. Zwar finden sich in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) Hinweise zum Leistungsbild in der jeweiligen Ausführungsphase. Allerdings hat die Erfahrung gezeigt, dass diese durch die jeweils beauftragten Planer unterschiedlich ausgefüllt werden, da es den Leistungsbildern in der HOAI nach Auffassung der Autoren an Detailschärfe fehlt. Eine solche Detailschärfe kann ausschließlich individuell durch Vereinbarungen mit dem bauüberwachenden Planer geschaffen werden.
Diese Beispiele zeigen, dass die Auswahl der zu prüfenden Bereiche oder Prozesse und somit die Richtung, in welcher die Vorbereitung einer Baurevision gehen wird, sehr stark von der Projektgröße und der Komplexität des Projektes abhängig sein wird.
Eine weitere wesentliche Einflussgröße stellt die Art der Verträge dar. So wird ein Projekt, welches an einen Generalübernehmer übergeben wurde, eine Überprüfung der Vertragskonditionen, der Leistungsbeschreibungen und der Abrechnungen erfordern, um sicherzustellen, dass die vereinbarten Leistungen ordnungsgemäß erbracht wurden und die Abrechnungen korrekt sind.
Die Vergabe von Bauleistungen erübrigt sich bei einem Projekt, das an einen Generalübernehmer übergeben wurde, da dies eine Leistung darstellt, welche der Generalübernehmer eigenverantwortlich durchführt.
Bei einem solchen Vertrag ist es interessanter, noch vor der Vergabe zu überprüfen, ob mit den Ausschreibungsunterlagen für den Generalübernehmer sämtliche Risiken des Projektes erfasst sind oder die Ausschreibungsunterlagen diverse Lücken enthalten, welche später durch teure Änderungsvereinbarungen „gestopft“ werden müssen.
Dem entgegen stehen Projekte, deren Leistungsbereiche vollständig in Einzelvergaben aufgeteilt sind. Für solche Projekte ist die Überprüfung des Projektmanagements und Vertragsmanagements von hoher Bedeutung, damit sichergestellt wird, dass die Schnittstellen zwischen den einzelnen Auftragnehmern keine Lücken aber auch keine Doppelungen aufweisen und der Bauherr den Überblick über das Projekt nicht verliert.
Ebenso ist es für die Vorbereitung einer Baurevision von Bedeutung, ob es sich um ein Neubauprojekt oder ein Bestandsprojekt handelt. Nehmen wir als Beispiel den Neubau einer Schule und die Modernisierung einer solchen. Das Ziel ist für beide Projekte das gleiche. Am Ende soll pünktlich zum Schulbeginn eine fertige und nutzbare Schule stehen. Die Herausforderungen an die Durchführung dieser Projekte sind jedoch ungleich, da unterschiedliche Risiken in der Ausführung bestehen.
Bei dem Neubau der Schule könnten unvorhergesehene Probleme im Baugrund trotz Baugrundgutachten zu Verzögerungen führen. Dies kann durch Munitionsfunde oder unerwartete Schadstoffbelastungen eintreten. Der Neubau an sich dürfte problemlos ablaufen, erst recht, wenn dieser möglicherweise in modularer Bauweise hergestellt wird und sich die Ausführung schon an anderen Standorten bewährt hat oder durch das ausführende Unternehmen nicht zum ersten Mal gebaut wird. Risiken aus Änderungen des Bauentwurfs sind also kaum zu erwarten.
Die Modernisierung des Bestandsgebäudes hingegen könnte für Überraschungen sorgen, wenn sich während der Umbaumaßnahmen unerwartet Bauteile als nicht mehr ausreichend tragfähig erweisen und gegebenenfalls ausgetauscht werden müssen. Bei dem Bestandsgebäude ist also eher mit Änderungen zu rechnen. Risiken aus dem Baugrund sind hingegen nicht zu erwarten.
Insofern fällt die Gewichtung bei der Auswahl der Prüffelder für beide Schulen sehr unterschiedlich aus.
Eine weitere wichtige Einflussgröße für die Planung und Vorbereitung der Baurevision ist aber auch der Zeitpunkt der Prüfung. So erfordert eine projektbegleitende Prüfung (ex-ante Betrachtung) eine andere Vorbereitung als eine einmalige und rückblickende Überprüfung (ex-post Betrachtung). Und auch die Vorbereitung auf eine anlassbezogene Überprüfung eines ausgewählten Prozesses (ad-hoc Betrachtung) benötigt wieder eine andere Vorbereitung.
Und nicht zuletzt ist für die Vorbereitung einer Baurevision von Bedeutung, welche Zielstellung mit der Überprüfung verfolgt wird. Die Auswahl der geeigneten Prüffelder und eines geeigneten Projektes ist anders, wenn ein Bauherr lediglich präventiv seine Prozesse bei der Abwicklung eines Bauvorhabens überprüfen und verbessern möchte oder wenn dieser Bauherr gezielt nach dolosen Handlungen oder der Einsparung von Kosten sucht.